Evangelische Kirchengemeinde Offenburg

Die Evangelische Kirchengemeinde Offenburg besteht aus sieben Pfarrgemeinden, in denen sich das Gemeindeleben abspielt. Kirchen und Gemeindehäuser sind über das ganze Stadtgebiet und darüber hinaus verteilt: In der Innenstadt befindet sich die Stadtkirchengemeinde, in Albersbösch die Erlösergemeinde, in Uffhofen die Christusgemeinde, in der Südoststadt die Auferstehungsgemeinde, in Rammersweier die Johannes-Brenz-Gemeinde, in Weier die Matthäusgemeinde und in Schutterwald die Lukasgemeinde. Wir gehören zum Evangelischen Kirchenbezirk Ortenau, Region Offenburg. Offenburg ist Sitz des Evangelischen Dekanats Ortenau. In Offenburg ist das Bezirkskantorat, die Bezirksjugend, die Erwachsenenbildung, das Diakonische Werk, die Ökumenische Telefonseelsorge Ortenau-Mittelbaden, die Ökumenische Klinikseelsorge und die Ökumenische Gefängnisseelsorge an der JVA Offenburg ansässig. Das Paul-Gerhardt-Werk ist Teil der Diakonie der evangelischen Kirche ebenso wie die Diakonie Sozialstation. Etwa 15 000 evangelische Christinnen und Christen leben hier.

Das Wort „evangelisch“ leitet sich ab vom Begriff „Evangelium“. Damit ist die Gute Nachricht von Jesus Christus gemeint. Martin Luther und andere Reformatoren haben vor 500 Jahren die Bibel wieder neu in den Mittelpunkt des Glaubens gerückt und damit den Weg zur Entstehung der Evangelischen Kirche geebnet. Sie ist in Deutschland in Landeskirchen organisiert. Unsere Kirchengemeinde Offenburg gehört zur Evangelischen Landeskirche in Baden. Sie wird von der Landessynode, dem Kirchenparlament, zusammen mit dem Landesbischof demokratisch geleitet. Die überwiegend ehrenamtlich besetztenLeitungsgremien vonden sogenannten „Ältestenkreisen“ in den Pfarrgemeinden, die zusammen mit Pfarrerinnen und Pfarrern, Diakoninnen und Diakonen die Gemeindearbeitverantworten, bis hin zur Landessynode werden alle sechs Jahreneu gewählt. Wir haben das Selbstverständnis, eine Gemeinde in der Nachfolge Jesu Christi zu sein. Wie Evangelische ihren Glauben leben ist nicht durch das Gewissen bindende Regeln vorgeschrieben. Unsere Kirchenmitglieder orientieren sich an der Bibel und den Bekenntnisschriften unserer Landeskirche. Die evangelische Landeskirche in Baden versteht sich als mit allen Christinnen und Christen in der Welt befreundet. Ökumene vor Ort und weltweit zu gestalten gehört zu unserem kirchlichen Leben unabdingbar dazu.Spendenaktionen wie „Brot für die Welt“ weisen auf die Weltverantwortung evangelischer Christinnen und Christen hin. Wir gehören zum weltweiten „Ökumenischen Rat der Kirchen“, der sich für Frieden, Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung einsetzt.Die Evangelische Landeskirche in Baden möchte zudem eine „Kirche des gerechten Friedens“ werden und dazu beitragen, Gewalt und Krieg weltweit zu ächten. In der Nachfolge Jesu setzen wir uns für Versöhnung ein.

Mitglied der evangelischen Kirche wird man durch das Sakrament der Taufe. Die Taufe berechtigt zur Teilnahme an der Feier des Abendmahls, unseres zweiten Sakraments. Die meisten evangelischen Jugendlichen haben im Alter von 14 Jahren das Fest der Konfirmation. Die kirchliche Trauung ist in der evangelischen Kirche kein Sakrament, wird aber in einem Traugottesdienst gefeiert. Die evangelischen Pfarrerinnen und Pfarrer studieren zur Vorbereitung auf ihr Amt Evangelische Theologie an einer Universität und werden im Anschluss daran im zweijährigen Vikariat in einer Gemeinde auf ihre Aufgaben vorbereitet. Die Ordination durch den Landesbischof als lebenslange Berufung ins Predigtamt der Kircheermöglicht die Bewerbung auf eine Pfarrstelle. Die Gemeinden haben das Recht, ihre Pfarrerin oder ihren Pfarrer selbst zu wählen.

Zu anderen Religionen hat die Evangelische Landeskirche in Baden vielfältige Beziehungen. Diese sind geprägt von gegenseitiger Wertschätzung. Durch Unterstützung interreligiöser Arbeit möchten wir unseren Beitrag dazu leisten, dass unterschiedliche Lebens- und Glaubensformen akzeptiert werden und das Zusammenleben dadurch nicht gestört, sondern bereichert wird.

https://www.eki-og.de/

 

Artikel aus Offenburger Tageblatt, 28. Oktober 2022:

 

Artikel aus Offenburger Tageblatt, 22. November 2022:

Die evangelische Stadtkirche und die katholische Kreuzkirche waren die letzten Etappen der Besuche auf dem „Weg der Religionen“


Evangelische Stadtkirche

Die geführten Kirchenbesuche standen noch unter dem Eindruck der Kirchenverwüstungen der vergangenen Woche. Durch diese Vorkommnisse wolle man sich aber nicht beirren lassen, sondern weiter an Verständigung, gegenseitiger Achtung und gemeinsamem Handeln zum Wohl aller Menschen arbeiten, heißt es dazu in der Stellungnahme des Interreligiösen Arbeitskreises. Man sei dankbar für die vielen Solidaritätsbekundungen, die es auch aus anderen Glaubensgemeinschaften gegeben habe, eröffnete Hausherr Christian Kühlewein-Roloff, Pfarrer der evangelischen Stadtkirche, am Donnerstagabend die Veranstaltung, zu der sich zahlreiche Besucher der Religionsgemeinschaften zunächst in der evangelischen Stadtkirche eingefunden haben.
 
Das 1864 eingeweihte Gotteshaus war der Ort der ersten evangelischen Gemeinde in Offenburg, heute gehören etwa 13.000 Mitglieder zur Kirchengemeinde. Im Chorraum fallen zunächst drei bunte Kirchenfenster zu Christi Geburt, Karfreitag und Christi Himmelfahrt ins Auge, unmittelbar darunter abstrakte Werke des Oberkircher Künstlers Rainer Braxmaier. Davor der Altar mit der Heiligen Schrift, wo das Herz der Gemeinde schlage, wie Pfarrerin Jutta Wellhöner erklärte. Hier werde gebetet, Gottes Wort gehört, Brot und Wein geteilt. Der Altar zeige „Gott ist in unserer Mitte“.

Pfarrerin Jutta Wellhöner versammelte die Besucher um den Altar der evangelischen Stadtkirche. Die Bilder am Altar sind bei den Kirchenverwüstungen am 11. November glücklicherweise verschont geblieben.
 
An der Schnittstelle von Altar und Gemeinde steht die Kanzel aus Eichenholz, geziert mit den geschnitzten Bildnissen der vier Evangelisten. 14 Stufen hoch über den Köpfen der Menschen wurde früher das Wort Gottes verkündet, heute geschehe das „auf Augenhöhe" von einer Art Pult, dem Ambo aus.
 
Das Taufbecken erinnert an die Taufe als Eintritt in die Glaubensgemeinschaft. Die Verkündigung der „frohen Botschaft" geschieht auf verschiedene Weise, etwa durch Predigt, Gemeindegesang und Kirchenmusik. Zentrale Feiertage sind Weihnachten, Karfreitag, Ostern und Erntedank. Taufe und Abendmahl sind zwei Sakramente, ,,die wir mit anderen Geschwistern in der Ökumene teilen", so Pfarrer Dirk Schmid-Harnisch. Die Glaubensgemeinschaft begleite das Leben der Menschen seelsorgerlich von der Taufe bis zum Tod, sie fühle sich der Ökumene sehr verbunden und engagiere sich im interreligiösen Dialog für den Frieden zwischen den Religionen und in der Welt. Musikalisch begleitet wurde die Kirchenführung der Stadtkirche von Posaunenchor und Orgel.
 
 
Römisch-katholische Kreuzkirche

In der nahen Kreuzkirche wurden die Teilnehmer der Kirchenführung musikalisch von einem kleinen Vokalensemble begrüßt. Die römisch-katholische Kirche ist die älteste christliche Glaubensgemeinschaft in Offenburg. Unter dem Motto „Gott und den Menschen nah" will sie heute auf die Menschen zugehen und die Größe und Liebe Gottes und die Erlösung durch Jesus Christus feiern, wie es im Begleitbuch zum „Weg der Religionen" heißt. Der erste Bau der Kreuzkirche stammt aus dem 13. Jahrhundert. Auf den Grundmauern des durch den Stadtbrand von 1689 zerstörten Gotteshauses wurde die heutige Kirche errichtet.
 
Der Name Kreuzkirche gehe auf eine Legende zurück, nach der Kaiserin Helena das Heilige Kreuz wieder aufgefunden haben soll, wie Pfarrer Eberhard Murzko ausführte. Auf die drei aufgefundenen Kreuze habe man zur Beweisführung Schwerkranke gelegt, so sei das richtige Kreuz Christi kenntlich geworden. ,,Durch das Kreuz, so sagen wir als Katholiken, ist Gottes Heil zu uns gekommen", so der Pfarrer. Deshalb sei das Motiv der Kreuzerhöhung das zentrale Bild der Kreuzkirche auf dem Hochaltar.
 
Zentrale Punkte im katholischen Glauben sind das Wort Gottes – überliefert in der Heiligen Schrift – und die Feier des Abendmahls. Besondere Orte seien der Altar, auf dem das Abendmahl gefeiert und die Kommunion empfangen wird, von der Katholiken glauben, dass im Heiligen Brot Christus selbst empfangen wird. Am Ambo wird, wie auch in der evangelischen Kirche, das Wort Gottes verkündet und gepredigt. Neben Weihnachten und den Feiern vom Tod und der Auferstehung Jesu zählt auch Pfingsten zu den bedeutenden Feiertagen.